Action Figuren

Von der Actionfigur zur Sammelfigur

Von der Actionfigur zur Sammelfigur

Es gibt einfach Produkte, die im Laufe Ihres Lebens einen Kultstatus erreichen. Auch Actionfiguren wurden zu echten Sammlerobjekten. Damit vollzog die Plastikpuppe im Armeeanzug den Wandel zur Sammelfigur. Sammelfiguren werden nicht zum Spielen verwendet, sondern fristen meist ein Leben in für Sie angefertigten Regalen. Einzige Abwechselung ist das wöchentliche Staubtuch, welches die Sammelfiguren von Staub und Schmutz befreit. Es geht darum, die Sammelfiguren in einem sehr guten Zustand zu bewahren, um eine Wertsteigerung zu erzielen. Über Jahrzehnte gelagerte Actionfiguren, welche aussehen wie gestern gekauft, können sehr hohe Werte auf Auktionen erzielen. Daher kommen die Figuren nach Ihrem Kauf meist originalverpackt zur Lagerung in ein Regal oder in andere, lichtgeschützte Plätze. Das war jedoch nicht von Anfang an so.

Der Beginn der Actionfigur

Zu Beginn in den 60er Jahren waren Actionfiguren noch Actionfiguren. Sie mussten zum Einsatz in widriges Terrain vordringen und über schlammige Hügellandschaften marschieren. Das Ende des Lebenszyklus der Actionpuppe war häufig schnell erreicht und es musste für Ersatz gesorgt werden. Nach und nach erreichten die Figuren jedoch Kultstatus und die Sammelleidenschaft wurde geweckt. Die Käufergeneration wurde erwachsen, was die Actionfigur für die Anfang 40-jährigen zum begehrten Sammelobjekt werden ließ. Die Actionfigur vollzog sukzessive Ihre Entwicklung hin zur Sammelfigur. Dies trifft aber freilich nicht überall zu. Auch heute noch finden Actionfiguren ihren Einsatz im tiefen Schlamm oder im heimischen Kinderzimmer. Ungebremst ist der Erfolg der Actionfiguren, egal ob als Aktionspuppe oder als Sammelfigur.

Der Wirtschaftsfaktor: Sammelfigur

Die Hersteller erkannten nach einiger Zeit den Trend der Actionfigur auch zu Sammelfigur hin. Anpassungen wurden vorgenommen, nicht nur im Bereich der Actionfiguren. Ein besonders bekanntes Beispiel für die Wertsteigerung von Sammelfiguren ist die Ü-Ei-Überraschung. Jedes Kind (und natürlich jeder Erwachsene) kennt das Überraschungsei. Bereits Anfang der 80er Jahre begeisterten uns „die Schlümpfe“ als kleine, blaue Überraschungen. Schnell wurde der blaue Winzling zur begehrten Sammelfigur. Teilweise astronomische Wertsteigerungen von mehreren tausend Prozent wurden erzielt, was wiederum stark dazu beitrug, dass immer mehr auf den „Sammelzug“ mit aufsprangen. Bis zu 20 neue Figuren werden im Ü-Ei pro Jahr neu hinzugenommen, was der Sammellaune aber keinen Abbruch einbrachte. Ganz im Gegenteil: Die Anzahl an Sammelfiguren, welche es –nach Expertenansicht- Wert sind gesammelt zu werden steigen von Jahr zu Jahr. Es gibt regelrechte Spezialisierungen auf bestimmte Bereiche, wie auch der Bereich der Action Figuren. Umso mehr neue Varianten auf den Markt strömen, so scheint es, desto mehr Sammler gibt es. Sammelfiguren wird es so lange geben, wie es Sammler gibt. Und Sammler werden weiter Ihre Sammelfiguren in Regalen und Schränken horten, so lange es weiterhin Auktionsverkäufe gibt, die den Kaufpreis um ein vielfaches übersteigen.

Nur der Verkaufspreis zählt ?

Jedoch gibt es auch anderen Gruppen von Sammlern. Bei Ihnen zählt nicht nur der mögliche Verkaufspreis der Sammelfigur, sondern der ideelle Wert der Sache. Nostalgie dürfte hier wohl das Schlagwort sein. Figuren aus Kindertagen, mit denen eine bestimmte emotionale Beziehung besteht, werden gesammelt und aufbewahrt. Im Grunde ist es nicht wichtig aus welchem Grund eine bestimmte Sache gesammelt wird. Interessant ist einzig das Resultat. Es scheint so, dass der Markt der Sammelfiguren anti-zyklisch funktioniert. Um so älter das Produkt ist, desto wertvoller wird es. Und wir sprechen hier wohlgemerkt nicht von einem Produkt wie einem Auto, das zum Oldtimer wurde, sondern von Figuren aus Plastik, die zu Beginn Ihres „Lebens“ so gut wie keinen oder nur einen geringen Wert hatten.